klaustrophobie in der demokratie

es gibt viel zu tun und der codus, der macht einfach. im weniger tiefgründigen brei aus wieder und wieder und wieder und wieder und wieder und wieder und wieder und wieder und wieder kopierten videoverweisen, plakativen mitleidsbekundungen fällt es schwer etwas zu formulieren, was treffend und ohne langes vorspiel wirkt. es ist inzwischen eine norm geworden, nichts zu sagen. es sei denn?! es sei denn was?
irgendwer hat es bereits gesagt – sehr öffentlich, sehr portraitiert. aktuell wird stuttgart 21 breit “getreten”. unzählige aufnahmen, die unter einprägsamen titeln die meinung der macher untermalen. dieser zug ist aber nicht erst abgefahren, als demonstranten mit künstlicher naturgewalt gewässert wurden. was hier und jetzt propagiert wird – sind lediglich auswirkungen, die gleichung ist gelöst und wird lediglich noch gekürzt. aber was hätte man tun sollen? in anderen ländern brennen autos, gehen die leute auf die strasse und fordern ihr demokratisches recht ein. es ist absolut unnötig sich über auswirkungen zu monieren, wenn keinerlei aktion, keine handlung statt gefunden hat.
versteckt hinter karikaturen a la sarrazin findet der deutsche bürger es toll, dass ES endlich mal einer sagt. detailliert  wird die neue prophezeiung ausgewertet und dient als fundament für die “eigene” meinung. es ist vollkommen unwichtig worüber gesprochen wird, solange es imposant präsentiert wird und solange irgendwas vermeintlich ganz wichtiges gesagt wird. warum ist das so? ich befürworte die thesen andere und mein schlaf ist vorerst gesichert? irgendwer hat ja irgendwo für irgendwas demonstriert.
es war ein schöner drill, der sich über jahrzehnte erstreckte – aber das volk wurde gebrochen und beugt sich. die möglichkeit frei und überhaupt zu entscheiden, haben wir über generationen (ab)trainiert. es ist sehr deutsch geworden großmäulig zu jammern – darum wird sich auch nicht viel ändern. es ist ein nahezu historisches datum und ich bin sehr froh mich seither ablenken zu können mit den wirklich wichtigen dingen des lebens.

03.10.2010